Relevanz

Das deutsch-indische Entwicklungsprojekt CCA RAI zielt darauf ab, die Anpassungsfähigkeit gefährdeter ländlicher Gemeinschaften in Indien zu verbessern, damit sie besser in der Lage sind, mit Klimaschwankungen und -veränderungen umzugehen. Die Projektpartner sind:

  • das indische Ministerium für Umwelt und Wälder (MoEF)
  • die vier indischen Bundesstaaten Madhya Pradesh, Rajasthan, Tamil Nadu und Westbengalen
  • die deutsche Entwicklungsorganisation Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Das Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Es orientiert sich am Nationalen Aktionsplan Indiens zum Klimawandel und arbeitet in verschiedenen Bereichen, wobei ein Mehrebenenansatz verfolgt wird.

Die vier oben genannten Bundesstaaten wurden für die Umsetzung des CCA RAI ausgewählt, da sie die verschiedenen agroklimatischen Zonen Indiens repräsentieren. Durch das Projekt wird ein starkes Netzwerk von Partnern in den vier Bundesstaaten aufgebaut, das sich auf bestehende Institutionen im öffentlichen und privaten Sektor stützt.

Die Antworten auf die folgenden Fragen zeigen die Bedeutung der CCA RAI.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Indien aus?
Warum muss sich Indien an den Klimawandel anpassen?
Was unternimmt die indische Regierung, um sich anzupassen?
Wie trägt die CCA RAI zur Anpassung in Indien bei?

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Indien?

Indien mit seinen verschiedenen agroklimatischen Zonen ist vom Klimawandel besonders betroffen. 700 Millionen Inder, die in ländlichen Gebieten leben, hängen für ihr Überleben und ihren Lebensunterhalt direkt von klimaempfindlichen Sektoren wie Landwirtschaft, Wäldern und Fischerei und natürlichen Ressourcen wie Wasser, Biodiversität, Mangroven, Küstenzonen und Grasland ab.

Darüber hinaus ist Armut ein entscheidender Faktor, der die Anpassungsfähigkeit der Landbevölkerung in Indien einschränkt. Der Bericht der indischen Regierung über die Nationalen Mitteilungen (NATCOM) aus dem Jahr 2004 nennt als die Auswirkungen des Klimawandels, von denen Indien bis zum Jahr 2100 am ehesten betroffen sein dürfte, die folgenden:

  • Ein Anstieg der Oberflächenlufttemperatur um bis zu 4 °C wird sich auf viele Sektoren wie die Landwirtschaft auswirken. Selbst bei einem Temperaturanstieg von nur 1 °C wird die Weizenproduktion wahrscheinlich um 4-5 Millionen Tonnen zurückgehen.
  • Eine steigende Zahl extremer Wetterereignisse – wie Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme – wird die Verwundbarkeit der Menschen, insbesondere in den Küsten-, Trocken- und Halbtrockengebieten des Landes, erhöhen.
  • Der unregelmäßige Monsun wird in erster Linie Indiens Regenfeldbau, aber auch die Wasser- und Stromversorgung aufgrund der daraus resultierenden Veränderungen der Flussläufe beeinträchtigen.
  • Eine Abnahme der Schneebedeckung aufgrund der Erwärmung wird sich auf den sommerlichen Abfluss des Ganges auswirken, da 70% seines Wassers aus Schmelzwasser stammt. Gletscher und Schneedecken im Himalaya sind wichtige Süßwasserreservoirs.
  • Der Anstieg des Meeresspiegels wird wahrscheinlich zu Verschiebungen entlang einer der am dichtesten besiedelten Küstenlinien der Welt führen und gleichzeitig Süßwasserquellen und Mangroven-Ökosysteme bedrohen. Die Auswirkungen sind bereits im Unterwasserkamera Test klar zu erkennen.
  • Über 50% der Wälder Indiens werden wahrscheinlich eine Verschiebung der Waldtypen erfahren, was sich negativ auf die biologische Vielfalt, die regionale Klimadynamik und die auf Waldprodukten basierenden Lebensgrundlagen auswirken wird.

Warum muss sich Indien an den Klimawandel anpassen?

Die natürlichen Ressourcen Indiens sind bereits jetzt durch verschiedene menschliche Aktivitäten einem enormen Druck ausgesetzt. Nun stellt der vom Menschen verursachte Klimawandel eine zusätzliche Herausforderung dar und erhöht die Verwundbarkeit ländlicher Gemeinschaften. Die verwundbarste Gruppe in der indischen Gesellschaft sind die Armen auf dem Land, da sie für ihren Lebensunterhalt oft auf natürliche Ressourcen angewiesen sind – zum Beispiel aus der Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft. Eine weitere wichtige Einnahmequelle in diesem Land kommt aus dem Tourismus. Eine Yogareise nach Indien verliert an Attraktivität, wenn die natürliche Umgebung nicht mehr intakt ist.

Im Jahr 2010 berechnete und bewertete der Risikoanalysespezialist Maplecroft die Verwundbarkeit der menschlichen Bevölkerung von 170 Ländern gegenüber extremen klimabedingten Ereignissen und Veränderungen der wichtigsten Klimaparameter in den nächsten 30 Jahren. Das Ergebnis: Indien wird nach dem Nachbarland Bangladesch als das zweitverwundbarste Land der Welt eingestuft. Im Bericht heißt es: Fast ganz Indien ist aufgrund des akuten Bevölkerungsdrucks und der daraus resultierenden Belastung der natürlichen Ressourcen in hohem oder extremem Maße anfällig für den Klimawandel. Hinzu kommen ein hohes Maß an Armut, ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand und die Abhängigkeit eines Großteils der Bevölkerung von der Landwirtschaft.

Was unternimmt die indische Regierung, um sich anzupassen?

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, hat der Premierminister im Juni 2008 den Nationalen Aktionsplan Indiens zum Klimawandel veröffentlicht.

Er besteht aus acht Missionen und bietet einen mehrgleisigen, langfristigen und integrierten Rahmen für die Bewältigung des Klimawandels als einer zentralen Entwicklungsfrage. Die acht Missionen sind:

  • Nationale Sonnenmission
  • Nationale Mission zur Verbesserung der Energieeffizienz
  • Nationale Mission für nachhaltigen Lebensraum
  • Nationale Wasser-Mission
  • Nationale Mission zur Erhaltung des Ökosystems des Himalaya
  • Nationale Mission für ein grünes Indien
  • Nationale Mission für nachhaltige Landwirtschaft
  • Nationale Missionon Strategisches Wissen zum Klimawandel

Darüber hinaus hat das indische Ministerium für Umwelt und Wälder (MoEF) alle indischen Bundesstaaten aufgefordert, Aktionspläne zu entwickeln, um festzulegen, wie sie Aktivitäten und Programme zur Anpassung an den Klimawandel und zur Abschwächung seiner Folgen durchführen wollen. Diese staatlichen Aktionspläne zum Klimawandel (State Action Plans on Climate Change, SAPCC) sind auf die Ziele des Nationalen Aktionsplans zum Klimawandel (National Action Plan on Climate Change, NAPCC) abgestimmt und gewährleisten dessen Umsetzung auf der Ebene der Bundesstaaten.

Wie trägt CCA RAI zur Anpassung in Indien bei?

Das deutsch-indische EZ-Projekt CCA RAI wird auf nationaler, bundesstaatlicher und lokaler Ebene durchgeführt. Es bezieht staatliche Institutionen, betroffene Gemeinden, wissenschaftliche Organisationen und den Privatsektor mit ein. Das Projekt orientiert sich am Nationalen Aktionsplan Indiens zum Klimawandel und trägt zur Erfüllung der Aufgaben im Zusammenhang mit der Anpassung an den Klimawandel bei.

Die Kernarbeitsfelder des CCA RAI sind:

Staatliche Aktionspläne zum Klimawandel (SAPCC)
Verwundbarkeits- und Risikobewertungen
Anpassungsmaßnahmen
Finanzierungsinstrumente für die Anpassung
Klimasichere Regierungsprogramme
Informations- und Wissensmanagement
Entwicklung menschlicher Fähigkeiten

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